Portugals Wirtschaft

Wirtschaft Portugal

Portugal Wirtschaft: Die Krise

Gemessen an seinem Bruttoinlandsprodukt liegt Portugal an der 19. Stelle im Ranking der EU-Staaten. Und natürlich ist auch an diesem Land die aktuelle internationale Krise nicht spurlos vorübergegangen, im Gegenteil: Portugal wird immer wieder genannt, wenn es um die Frage geht, bei welchen EU-Mitgliedern der Staatshaushalt möglicherweise "am Kippen" steht. Dazu kommt auch noch, dass die portugiesische Wirtschaft unter strukturellen Problemen leidet, an deren Behebung zwar seit dem Beitritt zur EU (1986) gearbeitet wird, die aber nach wie vor bestehen. Auch nach Einführung des Euro (1999) blieben die wirtschaftlichen Zuwachsraten unterdurchschnittlich. Die Arbeitslosenrate liegt aktuell noch immer über 10 Prozent.

Andererseits gilt es festzustellen, dass Portugals Wirtschaft im Vergleich zu anderen EU-Ländern die Krise gar nicht so schlecht bewältigt hat - freilich unter einem drastischen Ansteigen des Budgetdefizits (über 9 Prozent des BIP). Das Jahr 2009 war - durch eine Anhebung der Gehälter bei gleichzeitigem Sinken der Inflation - von einer Kaufkraftsteigerung gekennzeichnet. Und seit mehreren Jahren weist die portugiesische Außenhandelsstatistik einen zunehmenden Anteil von Hightech-Exportgütern aus.

Portugal Wirtschaft: Die Reformen

Unter dem ersten Kabinett Sócrates (2005 - 2009) kam es zu einer Reihe von Reformen (Pensionssystem, Gesundheitswesen, Arbeitsrecht, ...), auch eine Reduktion des Haushaltsdefizits gelang. Dafür wurde der Regierung internationales Lob ausgesprochen - wenngleich stets mit dem Hinweis darauf, dass die Aufarbeitung früherer Versäumnisse noch einen langen Zeitraum beanspruchen würde.

In der aktuellen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise versucht die heutige Regierung Portugals, einen Mittelweg zu gehen: Der Sanierung der Staatsfinanzen wird natürlich höchste Priorität eingeräumt, doch soll auf staatliche Impulse für die Wirtschaft nicht gänzlich verzichtet werden. Und es wird nach Möglichkeit versucht, die Bedürftigen weitgehend von Einsparungsmaßnahmen auszunehmen.

Die Regierung hat mehrfach ihre Absicht bekundet, den Vorgaben der EU-Kommission entsprechen zu wollen und bis zum Jahr 2013 eine Senkung des Haushaltsdefizits auf 3 Prozent des BIP herbeizuführen. Als erste Maßnahme wurden die Beamtengehälter für das laufende Jahr eingefroren. Weitere grundlegende Schritte sollen 2011 erfolgen.

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